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Vom Online-Shop ins Regal
Miss Pompadour, bekannt als Online-Pionier für DIY-Farben, wagt den Schritt in den stationären Handel – und das gleich europaweit in Kooperation mit Hornbach. Was steckt hinter der Entscheidung, nach Jahren des Online-Erfolgs nun auch im Baumarkt präsent zu sein? Im Interview erklärt Erik Reintjes, wie das Unternehmen seine Beratungskompetenz und Markenidentität am POS erlebbar macht, welche Rolle digitale Beratungs-Terminals dabei spielen und wie die Shopper von der neuen Partnerschaft profitieren.
display: Was hat Sie dazu bewogen, als ehemals reiner Online-Shop nun auch im stationären Handel, speziell bei Hornbach, präsent zu sein?
Erik Reintjes: Wir wollen dort sein, wo unsere Kundinnen und Kunden zu Hause sind – und das ist nicht nur online. Wer am Wochenende spontan Lust bekommt, die Wohnung zu streichen, ein Möbelstück zu restaurieren, der Küche oder den Badezimmerfliesen einen neuen Look zu verpassen, soll unsere Produkte direkt vor Ort kaufen können – ohne auf den Versand warten zu müssen. Mit Hornbach und seinem europaweiten Filialnetz haben wir dafür den idealen Partner gefunden.
display: Welche Ziele verfolgen Sie mit der Partnerschaft mit Hornbach und wie profitieren die Shopper davon?
Erik Reintjes: Mit der exklusiven Partnerschaft mit Hornbach möchten wir unsere Reichweite ausbauen und unsere Beratung dorthin bringen, wo viele DIY-Projekte starten: im Baumarkt. Heute sind wir in rund 150 Hornbach-Märkten in Europa vertreten und erreichen dort gezielt neue Kundinnen und Kunden. Aber auch bestehende Kundinnen und Kunden schätzen die Möglichkeit, unsere Produkte einfach schnell vor Ort kaufen zu können. Aber es war uns wichtig, dass wir nicht nur eine weitere Marke im Regal sind, sondern unser Beratungsprinzip auch stationär erlebbar zu machen. Deshalb haben wir ein interaktives POS-Konzept entwickelt: Digitale POS-Terminals führen Schritt für Schritt durch Farbwahl, Projektplanung und Produktauswahl – ähnlich wie bei unserem Online-Shop und unserer App. Kunden und Kundinnen können sich so direkt im Markt informieren und inspirieren lassen und sicher entscheiden, welche Produkte sie für ihr Projekt brauchen.
display: Wie unterscheidet sich die Präsentation Ihrer Produkte im Baumarkt von Ihrem bisherigen Online-Auftritt?

Erik Reintjes: Unser Auftritt im Baumarkt ergänzt den Online-Shop um einen entscheidenden Vorteil: Kundinnen und Kunden können Produkte direkt sehen, anfassen und sofort mitnehmen. Insgesamt sind über 120 Miss Pompadour Farbtöne für Farben und Lacke bei Hornbach erhältlich. In 70 Märkten können die Farben direkt vor Ort angemischt werden; dort liegen auch die Miss Pompadour-Farbkarten an den Mischtheken aus. Neun vorgemischte Lacke in 1Liter-Dosen sowie sieben Wandfarben in 2,5-Liter-Gebinden stehen zur sofortigen Mitnahme bereit. Ergänzend ist auch das spezielle MissPompadour Zubehör wie die Farbkarten, Farbwanne, Pinsel sowie Reiniger und Versiegelung erhältlich.
display: Was macht das neue POS-Beratungs-Terminal besonders und welche Funktionen bietet es den Shoppern?
Erik Reintjes: Das Besondere an unserem POS-Beratungs-Terminal ist, dass es unseren Markenkern in den stationären Handel übersetzt: Wir verkaufen nicht nur Farbe, wir befähigen Menschen, ihre Projekte wirklich erfolgreich umzusetzen. Genau dieses Beratungsprinzip, das unsere Kundinnen und Kunden aus dem Online-Shop, unserer App und unserem Service kennen, bringen wir in den Markt. Über die Terminals können sich Shopper Schritt für Schritt durch ihr Renovierungsprojekt führen lassen – von der Ideenfindung über die Farbwahl bis hin zu konkreten Anleitungen und Produktempfehlungen. So nehmen wir Unsicherheiten und geben gerade Einsteiger:innen das nötige Vertrauen, ein Projekt einfach anzugehen. Schließlich braucht es immer auch eine gewisse Portion Mut, wenn man sich entschließt, zum Beispiel die eigene Küche neu zu streichen. Und Menschen, die das noch nie gemacht haben, brauchen fachliche Unterstützung, damit sie dieses Wagnis eingehen. Auch visuell ist das Konzept ein echter Hingucker: Unsere frei stehenden Displays, beispielsweise, im Format einer Euro-Palette, präsentieren Produkte und Inhalte auf allen Seiten und machen die Marke im Markt erlebbar.

display: Wie gelingt es Ihrem Beratungs-Terminal, eine persönliche und umfassende Beratung am POS zu gewährleisten?
Erik Reintjes: Wir haben viel Zeit und Know-how in das Konzept gesteckt, um unsere Beratung möglichst nah an das stationäre Erlebnis zu bringen. Über das Touch-Display wählen Kundinnen und Kunden ihr konkretes Projekt aus und werden Schritt für Schritt durch den Prozess geführt – von Inspiration über Anwendung bis zur Produktauswahl. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei echte Vorher-Nachher-Bilder aus unserer Community, die direkt am Terminal abrufbar sind und Orientierung geben. So entsteht auch im Markt eine fundierte, praxisnahe Beratung. Gleichzeitig greifen Online- und Offline-Erlebnis ineinander: Viele Kundinnen und Kunden informieren sich zuhause und kaufen dann gezielt im Baumarkt – oder umgekehrt.
display: Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung und Einführung der Beratungs-Terminals?
Erik Reintjes: Die größte Herausforderung war, dass es für das Terminal keine echten Vorbilder gab – wir mussten das Konzept komplett neu denken. Ziel war es, auf kleinem Raum möglichst Markenidentität darzustellen, viel Information, Beratung und Produkte abzubilden, ohne die Nutzerinnen und Nutzer zu überfordern. Gleichzeitig musste das Terminal im großen Baumarktumfeld sichtbar und intuitiv nutzbar sein. Hinzu kam der enge Zeitrahmen: Zwischen Vertragsabschluss im August 2025 und dem Rollout im Februar 2026 lagen nur wenige Monate. Parallel dazu mussten wir unsere internen Prozesse schnell skalieren, um das zusätzliche Volumen zu bewältigen – unter anderem mit der Inbetriebnahme unseres neuen Logistikzentrums bei Straubing mit 2.900 Quadratmetern Fläche.
display: Wie reagieren die Shopper auf das neue Terminal und die Möglichkeit zur automatisierten Projektberatung im Markt?
Erik Reintjes: Das Feedback von Kundinnen und Kunden sowie dem Marktpersonal ist durchweg positiv. Das digitale Terminal wird gut angenommen, weil es einfach zu bedienen ist und strukturiert durch Projekte führt. Mitarbeitende können es gezielt in der Beratung einsetzen und Kundinnen und Kunden direkt Informationen, Anleitungen und Vorher-Nachher-Inspiration aus der Community zeigen. Gleichzeitig können sich Kundinnen und Kunden aber auch selbstständig sehr gut informieren. Musterplatten, gedruckte Anleitungen und Farbkarten unterstützen die Beratung und die Kaufentscheidung. Insgesamt wird der Projektgedanke von den Nutzern sehr gut verstanden – sie erkennen schnell, was sie für ihr Vorhaben benötigen und kaufen entsprechend. Auch die Gestaltung des POS-Terminals kommt gut an, es ist übersichtlich und intuitiv aufgebaut.
display: Sehen Sie in digitalen Beratungs-Terminals einen Zukunftstrend für den stationären Handel? Wie möchten Sie das Konzept weiterentwickeln?
Erik Reintjes: Ein digitaler Beratungs-Terminal kann ein wichtiger Baustein für die Zukunft des stationären Handels sein – vor allem dort, wo Produkte erklärungsbedürftig sind. Für uns ist das Terminal aber kein statisches Tool, sondern wird kontinuierlich weiterentwickelt. Perspektivisch wollen wir die Beratung noch stärker personalisieren, mehr Community-Inhalte integrieren und die Verbindung zwischen Online- und Offline-Erlebnis weiter ausbauen. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden noch einfacher und sicherer durch ihr DIY-Projekt zu führen – egal, ob sie online starten oder im Markt.
display: Vielen Dank für das Gespräch!


