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Werbetechnik und visuelle Kommunikation
European Sign Expo: Innovation und Wirkung
Werbetechnik und visuelle Kommunikation unterliegen einer steten Dynamik, die von Technologie, Umweltvorschriften und Nutzererfahrung geprägt ist. Michael Ryan, Leiter Fespa, erläutert die neuesten Entwicklungen anlässlich der European Sign Expo, die vom 19. bis 22. Mai 2026 unter dem Dach der Fespa Global Print Expo in Barcelona ihre Tore öffnete.
Der Bereich Signage (Außenwerbung, Poster, Plakate) entwickelt sich kontinuierlich weiter – im Gleichschritt mit stetigem Marktwachstum, digitaler Integration und einem verstärkten Fokus auf Umweltverträglichkeit. Laut dem Marktforschungsunternehmen Grand View Research wurde der globale Markt für Digital Signage im Jahr 2023 auf rund 26,8 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf über 45 Milliarden US-Dollar anwachsen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Print-Außenwerbung ein zentrales und widerstandsfähiges Kommunikationsmittel – doch ihre Rolle wandelt sich. Sie agiert nicht mehr isoliert, sondern wird zunehmend Teil umfassender, erlebnisorientierter Kommunikation. Die veränderte Dynamik von Signage und visueller Kommunikation stand auf der European Sign Expo im Mittelpunkt. Experten aus der gesamten Branche teilten dort Ideen und geben Einblicke, wie sich Signage-Produkte weiterhin an wirtschaftliche und gesellschaftliche Erwartungen anpassen lassen kann.

Nachhaltigkeitskennzahlen
Nachhaltigkeit wird heute nicht mehr allein durch Markenversprechen definiert, sondern durch Regulierungen, Beschaffungskriterien und messbare Zielvorgaben. In Europa beeinflussen Gesetzgebungen zu Verpackungen und Materialien sowie umfassendere ESG-Verpflichtungen, die Unternehmen dazu anhalten, ökologische, soziale und ethische Standards einzuhalten, maßgeblich die Entwicklung und Herstellung von Signage-Produkten. Branchenschätzungen zufolge berücksichtigen mittlerweile mehr als 60 Prozent der großen Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien bei der Auswahl ihrer Lieferanten. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach recycelbaren Aluminiumkonstruktionen, PVC-freien Folien sowie wasserbasierten oder UV-härtenden Tinten mit geringeren Emissionen. Ebenso zeichnet sich ein Trend zu zirkulären Designprinzipien ab. So gewinnen beispielsweise modulare Beschilderungssysteme an Bedeutung, die es ermöglichen, Grafiken oder Komponenten auszutauschen, ohne die gesamte Installation zu ersetzen – Unternehmen können so Lebenszykluskosten und Abfall reduzieren. Dies spiegelt eine umfassendere Entwicklung wider – weg von einfachen „Low-Impact“-Versprechen hin zu nachweisbarer Umweltleistung.

Digital und analog vereint
Während Printprodukte für Sichtbarkeit und Beständigkeit sorgen, wird ihr Wert zunehmend durch digitale Konnektivität gesteigert. Fortschritte bei LED- und Displaytechnologien beschleunigen dieses Zusammenwachsen. Da Displays immer dünner, energieeffizienter und anpassungsfähiger werden, steigt der Bedarf an hybriden Kommunikationslösungen, die gedruckte und digitale Elemente vereinen. Gerade für Organisationen mit mehreren Standorten ermöglicht dieser hybride Ansatz eine zentrale Steuerung der Inhalte bei gleichzeitiger Wahrung einer einheitlichen Präsenz – zur Optimierung von Prozessen und Stärkung der Markenbotschaft.
Investitionen in Urbanisierung und Infrastruktur führen dazu, dass kommerzielle Umgebungen und öffentliche Räume immer komplexer werden – was höhere Anforderungen an Beschilderungen stellt. So sind beispielsweise Leitsysteme eine anspruchsvolle Form der Signage, die in belebten, urbanen Bereichen mittlerweile unerlässlich und alltäglich geworden sind. Die richtige Beschilderung kann das Nutzererlebnis und die Zufriedenheit positiv beeinflussen und unterstreicht die Bedeutung klarer, anpassungsfähiger Lösungen. Im Zuge dieses Trends wird Signage heute verstärkt unter Berücksichtigung des Nutzerverhaltens und der Zugänglichkeit gestaltet – sie bezieht unterschiedliche Besucherströme, Bedürfnisse und räumliche Gegebenheiten mit ein.
Print anders denken
In wettbewerbsintensiven Branchen, insbesondere im Einzelhandel und in der Gastronomie, werden Large-Format-Produkte zunehmend genutzt, um die Markenpositionierung zu stärken und sich zu differenzieren. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage nach hochwertigen Oberflächen und Materialien, darunter plastische Buchstaben, mehrschichtige Konstruktionen sowie Kombinationen aus Holz, Metall und Acryl. Solche Elemente lassen sich mit digitalem Druck und Beleuchtungstechnologien verbinden, wodurch Präzision und haptische Wirkung kombiniert werden. Das Ergebnis sind dynamische Plakate, die Atmosphäre und Markenerlebnis bereichern, statt lediglich Fakten oder Informationen zu vermitteln.

Fortschritte in der digitalen Drucktechnologie und der Automatisierung von Arbeitsabläufen ermöglichen heute ein nie dagewesenes Maß an Individualisierung bei Large-Format-Werbung und anderen Druckanwendungen. So erlauben etwa variabler Datendruck und optimierte Produktionsprozesse, Signage exakt auf bestimmte Standorte, Zielgruppen oder Umgebungen zuzuschneiden – bei gleichbleibender Markenkonsistenz. Dies ist besonders relevant für Einzelhandelsketten, Franchise-Netzwerke und internationale Marken, die in unterschiedlichen Märkten agieren. Aus wirtschaftlicher Sicht unterstützen die Individualisierungsmöglichkeiten zielgerichtete Kommunikation und verbessert die Kapitalrendite von Unternehmen.
European Sign Expo
Besucher der European Sign Expo 2026 erhielten die Gelegenheit, diese
Trends im Detail zu erkunden. Die Veranstaltung brachte Experten aus der
gesamten Branche zusammen, um zu zeigen, wie Materialien, Technologien
und Markterwartungen die Bereiche Beschilderung und visuelle Kommunikation prägen.
