Neue LED-Werbeflächen am Frankfurter Flughafen zeigen, wie digitale Werbung und Brandschutz erfolgreich miteinander kombiniert werden können. Gerade einer kleinen Komponente kommt dabei eine große Bedeutung zu.

Seit 23. April 2026 gilt auch Deutschlands größtem Airport: Aller guten Dinge sind drei. An diesem Tag wurde am Flughafen Frankfurt Terminal 3 eröffnet und erhöht damit dessen Kapazitäten um etwa 19 Millionen Passagiere jährlich. Das neue Terminal ist nicht nur ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für die Region Rhein-Main, sondern erweitert auch für Marken die Möglichkeiten, Menschen aus aller Welt zu erreichen. Einen wichtigen Beitrag dazu hat LG Electronics mit einer großflächigen LED-Installation im Duty-Free-Bereich des zentralen Marketplace geleistet. Die beiden LED-Walls verfügen jeweils über eine Auflösung von 6.240 x 1.485 Pixeln.

Display über dem Duty-Free-Shop im Terminal 3 im Flughafen Frankfurt
Robert Bergner
Robert Bergner, Head of Solution Sales Information Display LG Electronics Deutschland Foto: LG

Hohe Anforderungen

Für die LED-Walls wurde das Modell LHCB025-YN verwendet, das speziell für den dauerhaften Einsatz in stark frequentierten Bereichen konzipiert ist und auch bei herausfordernden Lichtverhältnissen eine kontrastreiche, homogene Darstellung gewährleistet. In Auftrag gegeben wurde das Projekt von der Media Frankfurt, die das Medienkonzept sowie die Vermarktung sämtlicher Werbeflächen am Flughafen Frankfurt verantwortet. Ein weiterer wichtiger Partner war der Systemintegrator Ben Hur, der die Verantwortung für die technische Umssetzung und Integration der LED-Systeme verantwortete. „Digitale Großflächen in einem internationalen Flughafenumfeld müssen höchste Anforderungen an Bildqualität, Betriebssicherheit und regulatorische Konformität erfüllen“, erläutert Robert Bergner, Head of Solution Sales Information Display bei LG Electronics Deutschland.

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Zu den wesentlichen Anforderungen bezüglich der Betriebssicherheit gehört auch Brandschutz. Gerade ein Ereignis fast auf den Tag genau 30 Jahre vor der Eröffnung des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen macht deutlich, welche dramatischen Folgen eine Vernachlässigung von diesem haben kann: Im April 1996 verloren bei einer Brandkatastrophe am Düsseldorfer Flughafen 17 Menschen ihr Leben und 88 wurden verletzt. Die seitdem immer stärker verbreitete Nutzung von elektronischen Geräten in vielen Bereichen hat die Brandrisiken noch weiter erhöht, schließlich ist laut Institut für Schadensstatistik etwa ein Drittel aller Brände auf Elektronik zurückzuführen. Jedoch sahen sich Baubehörden und Ausschreiber im Genehmigungsprozess für sensible Gebäudebereiche wie Flughäfen, Bahnhöfe Einkaufszentren lange mit vielen offenen Fragen konfrontiert. Erst seit September 2023 liegt mit der vom Verband Schadensverhütung (VdS) herausgegebenen Richtlinie VdS 6024 ein bundeseinheitlicher Standard zur Anbringung von Medientechnik in sensiblen Bereichen vor. Zu diesen „sensiblen Bereichen“ zählen neben Treppenräumen und Fluren auch Räume, an die eine große Menschenanzahl aufnehmen können wie Flughafenterminals.

„Kleinster Feuerlöscher der Welt“ verbaut

Das Brandschutzkonzept der LED-Displays im neuen Terminal umfasst sowohl eine äußere als auch eine innere Komponente. Zur äußeren gehört die gezielte Auswahl schwer entflammbarer Materialien, die der europäischen Brandschutznorm zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten und Werkstoffen (EN 13501-1) entsprechen und somit nicht brennbar sind. Ein wesentliches Element des inneren Brandschutzes ist die bereits werksseitig in den LED-Modulen verbautet E-Bulb-Technologie von JOB, vom Hersteller auch als „kleinster Feuerlöscher der Welt“ bezeichnet. Diese Thermosicherung besteht aus einer mit rückstandsfreiem Löschmittel gefüllten, beschichteten Glasampulle, die in der kleinsten Version gerade einmal die Größe einer typischen Feinsicherung oder einer 1-Euro-Münze hat.

Inneres von elektronischem Gerät mit verbauter ebulb und Euro-Münze zum Vergleich
Die von der JOB Gruppe entwickelte E-Bulb schützt im Fall der Fälle die Displays. Foto: JOB

Sollte es innerhalb des elektrischen Geräts brennen, detektiert die E-Bulb das Feuer und löscht es automatisch. Um eine Wiederentzündung zu verhindern, wird zudem der Strom dauerhaft unterbrochen. Auf diese Weise werden Brandfolgen verhindert und das Risiko von Betriebsunterbrechungen reduziert. Da der Brandschutz bereits ab Werk vollständig integriert ist, stammen sämtliche relevanten Zertifizierungen wie CE, EMV und weitere gerätespezifische Nachweise direkt vom Hersteller und besitzen volle Gültigkeit. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jährlich Millionen Menschen vom neuen Terminal in die weite Welt fliegen können.