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Erfolgreiche Warenpräsentation im Baumarkt
Produktkampagnen in Baumärkten erscheinen auf den ersten Blick wie reine Routinearbeit, dahinter steckt jedoch ein komplexes Zusammenspiel aus Logistik, Planung und individueller Anpassung. André Lagois, Geschäftführer modulconcept, berichtet im Interview, warum die Umsetzung vor Ort häufig unterschätzt wird, welche speziellen Anforderungen Baumärkte an Produktpräsentationen stellen und wie Qualität sowie Nachhaltigkeit gewährleistet werden können.
display: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei Projekten für Warenpräsentationen in Baumärkten?
André Lagois: Rollout-Projekte für Warenpräsentationen in Baumärkten klingen oft nach „reiner Umsetzung“ in einer hohen Anzahl an Standorten, sind aber in der Praxis erstaunlich komplex. Dies wird von vielen Lieferanten immer wieder unterschätzt. Die größten Herausforderungen liegen meist weniger im Konzept, als in der flächendeckenden, konsistenten Umsetzung unter realen Bedingungen. Für uns als Dienstleister ist es oft sinnvoll und auch sehr motivierend, wenn uns die Kunden bereits in der Planungsphase mit einbeziehen. So können unsere langjährigen Erfahrungen mit in die Projektplanung einfließen und Herausforderungen und Probleme anderer Projekte aufgegriffen werden, damit diese gegebenenfalls bereits vorab besser gelöst werden. In der Sicherstellung der pünktlichen Lieferungen von Ware, Warenträgern und POS-Mitteln liegt das Hauptproblem, aber auch das Wiederauffinden in den Märkten ist immer wieder ein Thema. Häufig erleben wir, dass die Ware, die Warenträger oder die POS-Mittel zwar abgeliefert wurden und der Nachweis auch vorliegt, aber die Paletten oder Pakete im Markt nicht auffindbar sind. Wir lösen das Thema über unseren Anruf-Check, das heißt jeder Standort wird ein paar Tage vor dem Einrichtungstermin von uns telefonisch kontaktiert, um die Umsetzungsbereitschaft sicher zu stellen. Das Protokoll dazu stellen wir unseren Einrichtern digital in unserer eigenen Cloud bereit. Somit weiß das Einrichtungsteam sofort, was besprochen wurde und wer der Ansprechpartner vor Ort ist. Zusätzlich bieten wir eine POS-Mittel-Logistik an, so dass unsere Einrichtungsteams Material mit in die Märkte nehmen, welches ohne Umweg und Suchen direkt am Einbau-Ort ankommt. Zudem ist diese Lösung nachhaltiger, als der Einzelversand von kleinteiligem Material an jeden Standort.
display: Welche Besonderheiten müssen bei der Präsentation von Produkten im Baumarkt gegenüber anderen Handelsformaten beachtet werden?
André Lagois: Der Baumarkt hält eine sehr starke Verrasterung der Präsentation vor, beim dem jeder Artikel und jedes Muster sowie POS-Mittel einen festgelegten Platz hat. Das macht es einfacher für uns im Aufbau, lässt aber auch wenig Spielraum für Individuallösungen. Baumärkte haben oft zu wenig Personal auf der Fläche, Kunden haben aber dennoch Fragen. Daher versuchen die Hersteller möglichst viele Informationen in die Präsentation zu integrieren. Das erfolgt über visuelle Kennzeichnungen der Artikelgruppen, Produktbeschreibungen, Anwendungshinweise und seit einigen Jahren auch unter Verwendung von QR-Codes, die dann auf die Produktseiten des Herstellers verlinken. Die Präsentation der Sortimente und der Verkauf soll für den Kunden möglichst selbsterklärend und ohne großen personellen Beratungsbedarf erfolgen. Für den typischen Baumarkt-Kunden steht die Funktionalität im Vordergrund, daher finden wir meist eine projektorientierte Präsentation, also die Gruppierung der Sortimente nach Anwendungsbereichen vor.
display: Welche Displaylösungen eignen sich besonders gut im Baumarkt-Umfeld?
André Lagois: Für Baumärkte ebenso wie für andere Großverkaufsflächen eignen sich vor allem robuste, informative und projektorientierte Displaylösungen. Diese bündeln meist verschiedene Produkte für ein Heimwerkerprojekt, wie zum Beispiel das Thema „Wände streichen“. Wenn zusätzlich Monitore zum Einsatz kommen sollen, muss darauf geachtet werden, dass in der Nähe eine Stromzufuhr vorhanden ist. Bei der Verwendung von Speichermedien zum Abspielen der Videos sind diese diebstahlsicher zu installieren, etwa durch die Anbringung von abschließbaren Blenden oder ähnlichem. Der Einsatz von Karton-Displays hat sich im Baumarkt nur für kurzfristige Kampagnen bewährt, zum Beispiel für Werbe-Aktionen oder zeitlich begrenzte Zweitplatzierungen.
display: Wie stellen Sie sicher, dass Qualität und Nachhaltigkeit auch bei groß angelegten Rollouts in Baumärkten gewährleistet werden?

André Lagois: Bei großen Baumarkt-Rollouts lassen sich Qualität und Nachhaltigkeit nur sichern, wenn sie systematisch in alle Phasen der Umsetzung integriert sind. Wir erreichen das durch einen sehr hohen Standardisierungsgrad, so gibt es für jedes Projekt klare Abläufe und eine ausführliche Prozessbeschreibung, die alle relevanten Ausführungsschritte sowie projektspezifische Besonderheiten enthält. Diese und ein sorgfältiges Controlling gewährleisten, dass jeder Standort auf demselben Qualitätsniveau umgesetzt wird. Das Thema Nachhaltigkeit können wir als Dienstleister nicht so stark beeinflussen, wie das produzierende Gewerbe, ein wesentlicher Beitrag sind jedoch effektive Tourenplanungen und ein hoher Grad an Digitalisierung. So haben wir bereits vor über 20 Jahren damit begonnen, zum papierlosen Büro überzugehen. Seit rund zwei Jahren nutzen wir unsere eigene Cloud-Lösung gemeinsam mit unseren Kunden und dem Außendienstteam. Letzteres arbeitet seit mehreren Jahren papierlos mit unserer eigenen MCOR-App zur Dokumentation der Einzelaufträge. Über die vielen Jahre, wir feiern dieses Jahr unser 35. Jubiläum, haben wir ein System mit einer hohen Spezialisierung geschaffen, das nicht nur einmal funktioniert, sondern auch bei hoher Skalierung stabil bleibt.
display: Vielen Dank für das Gespräch.


