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Levi Pack
Vom Küchentisch zum Global Player
Lydia Schuller hat in Hamburg mit Levi Pack einen Verpackungsspezialisten aufgebaut, der heute vom Flow Pack bis zum fertigen Display alles aus einer Hand liefert. Wie belastbar diese Versprechen ist, zeigte zuletzt eine Barwagen-Aktion mit 50 LKW in einer Woche.
Es gibt Gründungsgeschichten, die man sich merkt. Die von Lydia Schuller gehört dazu: mitten in einer Scheidung, mit einem kleinen Baby unter dem Tisch, in einer Branche, die bis heute stark männlich geprägt ist, gründete sie vor 13 Jahren Levi Pack. Die Zweifel kamen nicht von ihr selbst, sondern von außen — schlicht, weil die Branche bis heute eine Männerdomäne ist: „Mädchen, komm in drei Jahren wieder, wenn du Fuß gefasst hast. Mehr als 300 Kilometer Wellpappe fährst du sowieso nicht“, bekam sie beim Start zu hören. Ihr Ansatz von Anfang an: „Geht nicht, gibt‘s nicht.“ Heute liefert das Unternehmen mit Sitz in der Hansestadt Hamburg an Kunden weltweit und hat sich in einem besonders anspruchsvollen Nischensegment einen Namen gemacht: „Ich würde schon sagen, ich bin die Caviar Packaging Queen“, sagt Schuller.
Alles aus einer Hand
Das Leistungsspektrum von Levi Pack liest sich wie ein Verzeichnis der Verpackungsindustrie: Tragetaschen, Shelf-Ready-Trays, Faltschachteln, pharmazeutische Verpackungen, Doypacks und Beutel, Versandverpackungen, Magnetboxen, E-Commerce-Boxen, Transportverpackungen, Food-Verpackungen, flexible Verpackungslösungen, metallische Etiketten und Geschenkboxen. Dazu kommt der komplette POS-Display-Bereich — von Bodenaufstellern über Thekenaufsteller bis hin zu Sechseckschütten und Werbesäulen — inklusive eigenem Designteam. Produziert wird an Standorten in Polen, der Ukraine und Litauen. Dabei kommen vorwiegend Wellpappe, Vollpappe und weiteren Recyclingmaterialien zum Einsatz. Gedruckt wird im Offset-, Flexo- und Digitaldruck, alle gängigen Veredelungsmechanismen sind möglich.

Was Levi Pack von klassischen Verpackungsherstellern unterscheidet, ist weniger das einzelne Produkt als das Prinzip dahinter: Verpackung wird nicht nach Warengruppen getrennt behandelt, sondern ganzheitlich gedacht. „Wir wollen den Kunden mit einem unkomplizierten Ansatz zufriedenstellen — alles aus einer Hand, vom Flow Pack über den Shelf-Ready- Tray bis zum fertigen Display“, erklärt Schuller. Für den Kunden bedeutet das vor allem eines: weniger Kommunikation, mehr Zeitersparnis. Keine Korrespondenz mit mehreren Lieferanten, kein eigenes Preismonitoring — „weil wir den Bestpreis haben.“ Am Ende, sagt Schuller, spare der Kunde nicht in erster Linie Geld, sondern Zeit. „Die Verpackung von heute muss easy sein. Einfach zu bekommen.“
Thematisch ist Levi Pack breit aufgestellt: Ein Schwerpunkt liegt im Premium-Segment, daneben bedient das Unternehmen ebenso das klassische Retail Packaging. Seit 13 Jahren liegt ein Schwerpunkt dabei auf Auspackerlebnissen und Wow-Effekten in der Zweitplatzierung — Verpackungen und Displays, die am POS zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen sollen.
50 Lkw in einer Woche
Ein gutes Beispiel dafür, was das in der Praxis heißt, war ein Projekt, das die logistische Leistungsfähigkeit des Unternehmens auf die Probe gestellt hat: eine Barwagen-Aktion des Kunden Dovgan in die Lidl-Filialen. Innerhalb einer einzigen Woche stellte Levi Pack deutschlandweit 50 Lkw-Ladungen mit halben Euro- Paletten-Displays bereit, die jeweils aus 56 Einzelteilen bestanden und just-in-time in den Filialen ankommen mussten. „Das war Logistik und Konstruktion im Grenzbereich“, so Schuller. Projekte dieser Größenordnung sind für Levi Pack inzwischen Tagesgeschäft — und ein Beleg für das Versprechen, das das Unternehmen seinen Kunden macht: Wenn im Handel kurzfristig eine Aktion ansteht, liefert Levi Pack auch innerhalb von zwei Wochen. „Man muss verstehen: Der Kunde und wir sitzen in einem Boot“, sagt Schuller. Das Ergebnis sei eine außergewöhnlich starke Kundenbindung: „Einmal Levi Pack, immer Levi Pack.“ Zum Kundenstamm zählt vor allem der gute deutsche Mittelstand, daneben aber auch international bekannte Premium-Marken wie Beluga Vodka, Stock Spirits Group, Sausalitos und 9 Mile Vodka. Der Auslandsanteil liegt mittlerweile bei rund 40 Prozent.
Zwischen Krise und Chance
Dass die Branche seit einigen Jahren im Dauerwandel steckt, verschweigt Schuller nicht. Corona, Krieg und Inflation haben Rohstoffpreise unter Druck gesetzt — ein Effekt, der sich direkt in der Display-Produktion niederschlägt. Gleichzeitig sieht sie darin ebenso viele Chancen wie Herausforderungen: „In jeder Krise essen und trinken die Leute weiter.“ Mit rund 85 Millionen Menschen in Deutschland, die kaufen, verkaufen, verpacken, essen und trinken, bleibt der Grundbedarf an Verpackungslösungen für Konsumgüter aus ihrer Sicht stabil — Krise hin oder her.
Der Blick nach vorn
Für die kommenden Jahre hat sich Levi Pack vor allem eines vorgenommen: weiter wachsen und dabei deutlich digitaler werden. Kunden sollen künftig nicht nur Nachbestellungen per Klick auslösen können, sondern auch Druckfreigaben mit einem kurzen Klick erteilen und Unterlagen jederzeit und von überall herunterladen können. Auch die Produktentwicklung soll spürbar schneller werden.




