Simon Dietzen, Geschäftsführender Chefredakteur display

Am Ball bleiben

Kaum war der WM-Traum geplatzt, räumte der Handel die Fußball-Displays ab. Aus im Sechzehntelfinale – das muss man als Fußballnation erst einmal schaffen. Immerhin: Auf der Verkaufsfläche war die Kreativität größer als auf dem Platz. Niederegger brachte Marzipan im Hochsommer ins Spiel, Störtebeker überraschte mit einer Flaschenöffner-Tor-Zugabe und Nocco inszenierte eine Store-Entry-Platzierung, die manchen Platzhirsch alt aussehen ließ. Dazu natürlich die gewohnt soliden und breitbeinigen WM-Auftritte von Bitburger, Ferrero, Funny Frisch, Crunchips, Pringles und Lay‘s. Es war viel Gutes dabei und nur selten haben wir Ideenloses wahrgenommen. Chapeau. Denn wer glaubt, am POS sei alles gesagt, irrt gewaltig.

Das zeigt auch unser Schwerpunkt Veredelung ab Seite 8. Drucktechnik, Laserschnitt, digitaler Klebstoffauftrag – die Technologien entwickeln sich rasant. Wer heute noch glaubt, ein Standarddisplay aus der Schublade reiche für die Markendifferenzierung, hat den Wettbewerb nicht verstanden. Natürlich steht immer die Frage im Raum, ob sich die Investition rechnet. Es hilft niemandem, Marktanteile zu erkaufen, wenn die Kosten den Gewinn auffressen. Aber wer gar nicht investiert, wird schlicht unsichtbar.

Apropos Sichtbarkeit: Auch am Regal entscheidet sich, wer gewinnt und wer verliert. Erstplatzierungen sind das Fundament – und werden dennoch teils sträflich unterschätzt. Mehr dazu ab Seite 20. Gleichzeitig zwingt die Greenwashing- Richtlinie die Branche zur Ehrlichkeit, wie Sie ab Seite 14 nachlesen können. Ich sage: Gut so. Wer seinen Markenkern kennt, braucht keine hohlen Versprechen. Die neue Regulierung ist kein Hindernis, sondern eine Chance, sich auf das zu konzentrieren, was Marken wirklich stark macht. Diese Ausgabe liefert reichlich Stoff dafür. Nutzen Sie ihn.

In diesem Sinne

Simon Dietzen

Geschäftsführender Chefredakteur Display