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Von der Schlagzeile zur Selbstverständlichkeit

Nachhaltigkeit – erinnern Sie sich noch? Das große Wort, das vor wenigen Jahren auf jedem Podium und in jeder Talkshow präsent war. Heute? Keine Straßenblockaden, keine Freitagsdemos mehr. Man könnte meinen, das Anliegen sei aus der Wahrnehmung verschwunden wie ein Display nach der Promotion.

Doch ist das wirklich so? Eine Anekdote: An ihrem elften Geburtstag sagte meine Tochter, sie lebe in einer „schlechten Zeit“ – Krieg, Klimakrise und das Gefühl, ihre Generation müsse die größten Lasten tragen. Ich sprach mit ihr über Sorgen und Perspektiven. Rückblickend erinnerte ich mich: Saurer Regen, Ozonloch – auch wir fürchteten Katastrophen. Doch man fand Lösungen und setzte sie sehr erfolgreich um.

Seit diesem Gespräch sehe ich Nachhaltigkeit aus einer neuen, ermutigenden Perspektive. Beim display Superstar Award war sich die Jury einig: Eine POS-Promotion, die Nachhaltigkeit als USP beanspruchte, wurde abgelehnt, weil die Materialien schlichtweg nicht kreislauffähig waren. Bemerkenswert war, dass diese Einschätzung von allen Jurorinnen und Juroren unabhängig voneinander getroffen wurde – egal ob Trade Marketer, Materialprofi oder Agenturspezialist. Ein Zeichen für gewachsene Kompetenz.

Kürzlich war ich auf der PSI, der Messe für Werbeartikel, Incentives und Merchandising. Giveaways galten lange als Inbegriff des Überflusses, weil Einwegund kurzlebige Produkte dort oft das Bild bestimmten. Das hat sich geändert. Die Branche arbeitet nachvollziehbar an der Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks. Ein Unternehmer brachte es auf den Punkt: „Nachhaltigkeit ist kein USP mehr, sondern Standard.“ Das macht Hoffnung.

Natürlich bleibt vieles kritisch zu hinterfragen. Greenwashing ist kein Relikt vergangener Tage. Doch das Grundverständnis für Nachhaltigkeit ist tiefer verankert denn je. Es ist ein Prozess – Work in Progress. Und dieser läuft definitiv, wie Sie auch in den Beiträge zu nachhaltiger Promotion ab Seite 8 sowie dem POS Check zu Bio-Produkte ab Seite 23 nachlesen können.

Und vielleicht schaffe ich es noch, meiner Tochter zu vermitteln, dass die Fahrt mit dem Fahrrad zum Volleyballtraining nachhaltiger ist als die Inanspruchnahme des Elterntaxis.

In diesem Sinne

Simon Dietzen

Geschäftsführender Chefredakteur display