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POS Check: Bio-Produkte
Bio-Produkte glaubwürdig inszeniert
Zweitplatzierungen für Bio-Produkte müssen mehr leisten als bloß Nachhaltigkeit zu signalisieren. Im Gespräch mit display erklärt Claudia Rivinius, Marketing Director STI Group, wie moderne Bio-Marken durch den Einsatz von gestalterischen Elementen und innovativen Materialien ihre Werte authentisch am POS transportieren können.
display: Worin liegen die Unterschiede zwischen Display-Konzepten für Bio-Produkte und solchen für konventionelle Produkte?
Claudia Rivinius: Nachhaltigkeit ist längst kein exklusives Bio-Thema mehr, sondern Standard für zahlreiche Marken. Der entscheidende Punkt liegt in der Authentizität: Das Display muss die gleichen Werte transportieren wie das Produkt. Ein nachhaltiges Bio-Produkt in einem nicht-nachhaltigen Display würde die Glaubwürdigkeit empfindlich stören. Dabei gilt: Bio-Displays müssen nicht „naturbraun“ und schlicht wirken. Viele Bio-Marken sind bunt und modern. Wichtig ist, dass Materialien und Gestaltung die Markenbotschaft stützen und nachweislich nachhaltig sind – etwa durch den Einsatz FSC-zertifizierter Materialien (eingetragene Marke), den konsequenten Einsatz von Monomaterialien und die Recyclingfähigkeit nach Ablauf der Kampagne.
display: Mit welchen speziellen Herausforderungen werden Displayhersteller bei der Entwicklung von POS-Lösungen für Bio-Produkte konfrontiert – und welche Ansätze verfolgt die STI Group, um diese zu meistern?

Claudia Rivinius: Bio-Produkte finden sich in Supermärkten und Discountern sowie häufig auch im Fachhandel, in Drogerien und kleineren Märkten – mit begrenztem Platz und wechselnden Sortimenten. Das erfordert Lösungen, die flexibel und modular sind, sich an unterschiedliche Flächen anpassen und trotzdem wirtschaftlich bleiben. Hinzu kommt die Forderung nach Transparenz: Hersteller wollen wissen, woher die Materialien stammen und wie nachhaltig diese sind. Unser Ansatz: modulare Systeme, FSC-zertifizierte Materialien und effiziente Stecklösungen. So entstehen Displays, die nicht nur nachhaltig, sondern auch praktisch und logistisch effizient sind.
display: Zu welchen Materialien für Displays und Verpackungen raten Sie, um die Werte von Bio-Produkten überzeugend zu vermitteln?
Claudia Rivinius: Hier gilt: nachwachsende Rohstoffe und recyclingfähige Lösungen sind Pflicht. Für Langzeit-Platzierungen empfehlen wir Leichtholz-Displays – sie bleiben über Jahre im Einsatz, können mehrfach nachbestückt und thematisch angepasst werden, indem beispielsweise Plakate und Claddings getauscht werden. Bei Verpackungen und Promo-Platzierungen bevorzugen unsere Kunden FSC-zertifizierte Lösungen aus Karton und Wellpappe, teilweise in Verbindung mit alternativen Fasern und ungebleichten Materialien, um die natürliche Herkunft noch stärker zu betonen.
display: Welche gestalterischen Elemente eignen sich besonders gut, um Bio-Produkte am POS hervorzuheben?
Claudia Rivinius: Bio-Marken präferieren eine organische Formensprache: geschwungene Linien und natürliche Silhouetten statt streng geometrischer Raster. Das vermittelt Ursprünglichkeit und Authentizität. Weil viele Bio-Produkte farbenfroh auftreten, darf das Display bewusst zurückhaltender sein, um der Marke die Bühne zu geben. Wie intensiv oder dezent die Gestaltung ausfällt, hängt vom Design der Marke ab. Ungebleichte Papiere können die natürliche Anmutung zusätzlich verstärken.
display: Vielen Dank für das Gespräch.


