Wie gelingt es, Bio-Produkte am POS glaubwürdig und aufmerksamkeitsstark zu präsentieren? Lukas Beßler, Category Manager Central EMEA & Germany DS Smith, beleuchtet, warum Authentizität, nachhaltige Materialien und gezieltes Storytelling im Display-Design immer wichtiger werden und welche Trends die Präsentation im Handel aktuell prägen.

display: Was ist Ihrer Erfahrung nach entscheidend, um die Bio-Positionierung am POS wirksam zu transportieren?

Lukas Beßler: Aus unserer Erfahrung wirken Bio-Sortimente am POS besonders dann überzeugend, wenn Authentizität, Transparenz und Einfachheit transportiert werden. Da Bio-Produkte in der Regel teurer gegenüber konventionellen Vergleichsprodukten sind, ist eine möglichst hochwertige Warenpräsentation ebenso wichtig. Dies lässt sich beispielweise über die Auswahl der Materialien oder der verwendeten Drucktechnologie beeinflussen. Vor allem Displays mit Flexo- oder digitalem Rollenvordruck erreichen neben klassischen Offset-bedruckten Lösungen ein herausragendes Erscheinungsbild. DS Smith kann Kunden all diese Drucktechnologien aus einer Hand anbieten.

display: Wie gelingt es Werte wie „Nachhaltigkeit“ und „Natürlichkeit“ visuell und auch haptisch im Display-Design zu vermitteln?

Lukas Beßler: Displays für Bio-Produkte leben stark von Materialität und Textur. Deshalb greifen Marken bei uns besonders häufig auf visuelle Elemente wie organische Formen statt technischer oder kantiger Designs, Bildwelten aus den Bereichen Natur und Pflanzen, passende Farbgebung in der Gestaltung oder reduzierte Druckflächen. Haptisch kann die Bio-Thematik gut durch ungestrichene und somit rauere Oberflächen erreicht werden.

Lukas Beßler, Category Manager Central EMEA & Germany DS Smith Foto: DS Smith

display: Gibt es Designtrends, die sich speziell bei der Vermarktung von Bio-Produkten zeigen? Was wird von den Markenherstellern besonders nachgefragt?

Lukas Beßler: Wir erkennen einen starken Trend zum konsequenten Einsatz von Monomaterial-Lösungen. Marken fordern Displays, die vollständig aus Wellpappe bestehen und Kunststoffbauteile vermeiden. Dies geht mit der Anforderung nach vollständiger Recyclingfähigkeit einher, was bei vollständig faserbasierten Lösungen ausgezeichnet möglich ist. Markenhersteller versuchen unserer Erfahrung nach vermehrt, Kunststoff aus Displays als auch bei den Produktverpackungen vollständig zu eliminieren.
Darüber hinaus steht das Storytelling der Marke über Produktherkunft und Transparenz im Vordergrund. Die positiven Produkteigenschaften gilt es deutlich herauszustellen. Dies lässt sich beispielweise auch durch die Verwendung digitaler Zusatznutzen erreichen, wie durch den Aufdruck von QR-Codes, die Einblicke in Herstellungsprozesse oder Nachhaltigkeitsprojekte der Marke liefern.

display: Welche Rolle spielt es bezüglich des Designs des Displays, ob dieses im Fachhandel oder im Supermarkt steht?

Lukas Beßler: Displays für Bio-Produkte müssen je nach Standort unterschiedliche Herausforderungen meistern. Während Displays im klassischen LEH vor allem aus größerer Distanz wirken und Aufmerksamkeit erregen müssen, bei gleichzeitig klarer Abgrenzung zu konventionellen Produkten, haben Kunden im Fachhandel eine vergleichsweise höhere Kompetenz und Erwartung an Authentizität, sodass Produktinformationen und Storytelling-Elemente wichtiger sind als großflächiges Branding.

display: Vielen Dank für das Gespräch.