Verpackung: Aufpreis akzeptiert

Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltigere Verpackungen ist in Deutschland gestiegen. Dies ergab die „Sustainable Product Packaging“-Studie, die die Unternehmensberatung Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov ausführte. Für die Untersuchung wurden 2.108 Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland zu ihren Einstellungen, Erwartungen und Zahlungsbereitschaften rund um nachhaltige Verpackungen befragt. Demnach würden 60 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher grundsätzlich einen höheren Preis akzeptieren, dies sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der finanzielle Spielraum bleibt jedoch begrenzt: 30 Prozent wären bereit, höchstens fünf Prozent des Gesamtproduktpreises zusätzlich zu zahlen. Besonders deutlich unterscheiden sich die Altersgruppen. Unter den unter 25-Jährigen würden 83 Prozent einen Aufpreis akzeptieren, bei den über 54-Jährigen sind es 51 Prozent. Als wichtigstes Erkennungsmerkmal nachhaltiger Verpackungen nennen 49 Prozent einen möglichst geringen Materialeinsatz. Verständliche Recyclinghinweise spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Offizielle Umweltlabels sind für 26 Prozent ausschlaggebend, während 12 Prozent nachhaltige Verpackungen nach eigener Einschätzung nicht zuverlässig erkennen können.

Auch politische Maßnahmen gegen Verpackungsmüll finden Zustimmung, vor allem gezielte Eingriffe. 37 Prozent befürworten Verbote bestimmter Einwegverpackungen, 35 Prozent Vorgaben zur Reduktion von Leerraum. Eine Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten unterstützen 25 Prozent. Trotz Inflation, hoher Energiepreise und geopolitischer Spannungen bleibt Nachhaltigkeit für 71 Prozent mindestens genauso wichtig wie zuvor.